Das "Spital" - Kinderrehabilitation

Der Anfang unserer Arbeit in Rumänien liegt hier.

Das Kreiskrankenhaus von Fogarasch/Fagaras – in der Landessprache kurz ‚das Spital’ – ist gewissermaßen die Geburtsstätte unseres Kinderhilfevereins: Bei einem Hilfsgütertransport der ‚Siebenbürgenhilfe Großhansdorf’ hatte das Ehepaar Binder im Mai 1990 hier ein von seiner Mutter verlassenes Baby kennen gelernt und noch im selben Jahr adoptiert. Im Bewusstsein, dass auch die hier abgegeben und zurückgelassenen Waisen und verlassenen Kinder Hilfe brauchen, gründeten sie zusammen mit ein paar Freunden und Verwandten im Juni 1994 den Verein COPILUL e.V.

Seither unterstützten wir in enger Zusammenarbeit mit der ‚Siebenbürgenhilfe Großhansdorf’ und ‚agape e.V.' hier in Deutschland sowie der ‚Diakonia Fagaras’ und der ‚Deutschen Evangelischen Kirchengemeinde Fogarasch A.B.’ in Rumänien bis 2010 dort besonders die Abteilung für unterernährte und anämische Kinder, die ehemalige ‚Dystrophie’, später die " Kinderrehabilitation".
Anfangs bestand dort Mangel an fast allem – und so war besonders unsere materielle Hilfe gefragt, also (Heil-)Nahrungs-, Milchpulver- und Medikamentenspenden, Desinfektionsmittel, in Deutschland gespendetes medizinisches Gerät, Bettzeug, Windeln und Wickelfolien, Baby- und Kinderkleidung, Baby-Öl und -Creme, Spielzeug usw.


Ein Teil dieser Hilfe war bis zuletzt immer noch bitter nötig. Daneben galt unsere Sorge im Besonderen der psychosozialen Betreuung vor allem der von ihren Eltern verlassenen Kleinkinder. So bezahlten wir anderthalb zusätzliche Stellen, die über das „satt und sauber" hinaus für Zuwen­dung, Babymassage, basale Stimulation usw. sorgen sollten – Dinge, für die das knapp bemessene medizinische Personal weder die Ausbildung noch die Zeit hatte. Einige Zeit lang ermöglichten wir auch dem medizinischen Fachpersonal eine berufsbegleitende sozialpädagogische Fortbildung.

Von Zeit zu Zeit wurde diese Hilfe noch ergänzt durch PraktikantInnen aus Deutschland, und zwar von der "Fachschule für Sozialpädagogik Altona/FSP2", die hier ihr viermonatiges Auslands-Fachpraktikum absolvierten.

Unsere Bemühungen zeigten Erfolge, wie wir bei unseren regelmäßigen Besuchen feststellen konnten: Die anämischen, hospitalisierten apathischen kleinen Patienten wirkten deutlich lebendiger, zugewandter, fröhlicher als noch Jahre zuvor!

Im Herbst 2010 wurde die "Kinderrehabilitation" aus Spargründen aufgelöst - und damit ging uns die Grundlage für dieses Projekt verloren.