Brothilfe

Ende des Jahres 2002 starteten wir gemeinsam mit der westfälischen Rumänienhilfe „agape e.V.“ das Brotprogramm. Das hat doppelten Nutzen: Notleidende, kinderreiche Familien, jeweils anteilig ausgewählt vom Fogarascher Sozialamt und der Diakonia Fogarasch, erhalten per Bezugsschein täglich ein Einkilobrot für ein Minimum an Ernährung und die Bäckerei der „Diakonia Fagaras“ ward besser ausgelastet. Denn die hatte stets unter den unfairen lokalen Gegebenheiten zu leiden. Konkurrenten konnten billiger backen, weil sie schlicht Steuern hinterzogen. Sie kauften das Mehl schwarz und meldeten ihre Mitarbeiter nicht an. Lukrativ, denn die Mehrwertsteuer auch auf Brot lag bei 24 Prozent.

Das änderte sich endlich am 1. September 2013, als der rumänische Staat, wissend um die übliche „Steuervermeidung“, die Mehrwertsteuer für Brot und die ganze Verarbeitungskette vom Getreide bis zum Mehl, radikal auf neun Prozent senkte. Seither macht die Bäckerei Gewinn, kann sogar Miete an die Diakonia zahlen und versorgt nunmehr über Verkaufswagen regelmäßig auch die Landbevölkerung in 36 zum Teil entlegenen Dörfern.

In 2016 bezuschussten wir das Projekt letztmalig mit 5.000 Euro - anfangs waren es mal 18.000 Euro. Das sinkende Spendenauf­kommen machte es notwendig, dass wir uns auf die beiden Projekte "Mutter-Kind-Gruppen" und "Schülerarbeitskreis" konzentrieren.

Das „Brot mit Seele“ (Paine cu Suflet) wird immer noch gebacken und ausgegeben. Unser Partnerverein agape e.V. sorgt glücklicherweise dafür, dass weiterhin bedürftige Familien ein Brot erhalten.